Empfindsam und noch empfindsamer
Für den alten aberglauben und für so kluge ohren,
fürs radar der sommernächte unter den linden,
für die häßlichkeit des eigenen antlitzes
schlugen einst die menschen die fledermaus ans tor.
Mit dem stift durchdrangen sie die dünne haut der flügel,
die kleine leiche hing zerknittert in der stille,
und das schamvolle entsetzen, seidenglatt,
rauschte lange auf den kleinen fallschirmen der glocken.
Warum trag ich dieses marterbild in mir,
und warum prüfe ich, bevor in einem neuen haus ich
um nachtlager bitte, aufmerksam und lange
die pfosten an der haustür,
im holz nach nagellöchern suchend?
Ich bin nur ein dichter, ein radar unter den linden.
Nicht an mir ist’s zu antworten. Ich frage.
(Jan Skácel)